Lesung - "Kriegsspuren" von Sabine Bode

Die German Angst, resultierend aus unverarbeiteten Schuldgefühlen bezüglich der im 2. Weltkrieg geschehenen Verbrechen und gleichzeitig eigens erlebter Leiderfahrungen, führt zu emotionalen Hemmungen über die Generationen der Großeltern, Kriegskinder und Kriegsenkel bis heute. Die Bestseller-Autorin Sabine Bode deckt auf, dass kindliche Kriegstraumata oft jahrzehntelang unbewusst und unentdeckt bleiben und oft erst im höheren Lebensalter mit seinen zusätzlichen Belastungen offenbar werden. Die Traumata der Kriegskinder wirken aber auch oft transgenerational weiter, potenzieren Mutlosigkeit, Zukunftsangst und ein starkes Sicherheitsbedürfnis. Dies tritt auch bei den nachgewachsenen Generationen auf. Solange Leid in der eigenen Familiengeschichte nicht erkannt werden kann, ist etwa das Mitgefühl beispielsweise für Opfer, für Leidende gestört, die Toleranz gegenüber Hilfsbedürftigen eingeschränkt. Auf Grundlage jener Emotionen ist der Nährboden für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht fern. Bei der Lesung sollen diese Mechanismen reflektiert und bewusst gemacht werden. Das Ziel ist es offen über Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten zu sprechen. Dabei sollen Betroffene gestärkt und Außenstehende für den Umgang mit betroffenen sensibilisiert werden. Auf der Grundlage des Austauschs können weitere Aktionsformen im Rahmen zivilgesellschaftlichen Engagements gefördert werden, um das Themenfeld auch in Zukunft bearbeitet zu können.