009 Wilkommen im WIR!

Projektträger:

People's Theater e.V.

009 Wilkommen im WIR!

In den letzten Jahren mussten Kinder und Jugendliche aus Erlensee deutliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Bildungs-und Entwicklungsmöglichkeiten hinnehmen. Gerade Kindheit und Jugend sind Phasen im Lebenslauf mit einzigartigen Sozialisationsanforderungen und Lebensabschnitte, in denen Erfahrungen besonders prägend wirken. Aufgrund der langandauernden Corona Situation mit Lockdown und Homeschooling findet konstruktives soziales Lernen in den Lebenswelten der Schüler*innen nur reduziert statt. Einige Kinder reagieren vermehrt aggressiv oder mit Verhaltensängsten und Rückzug. Besonders das soziale Miteinander –als Grundanker der Demokratie –hat durch die pandemiebedingten Geschehnisse sowie die daraus resultierende gefühlte Unsicherheit gelitten. Ein großes Problemfeld ist zudem das geringe Angebot an politischen Bildungsangeboten ergänzend zum regulären Schulunterricht, die auch den Bereich der aktiven Vermittlung sozialer Kompetenzen im Schwerpunkt sieht.
In einer Kooperation der Grundschule Rückingen und dem People's Theater soll ein interaktives Theaterprogramm entstehen.
Die Schule möchte das Programm des People's Theaters "Willkommen im WIR!" als demokratierelevantes Werkzeug einsetzen, da es junge Menschen zuverlässig erreicht und auf der emotionalen Ebene packt. Gerade für die gelebte Demokratie in Erlensee stellt das Projekt einen wertvollen Ansatz dar, die über den Sozialraum "Schule" hinaus wirken.
Die theaterpädagogische Arbeit ist nicht mit klassischen Theateraufführungen zu vergleichen. Sie lässt dabei das Publikum nicht in der Konsumrolle verharren, sondern bindet die Schüler*innen aktiv im Geschehen mit ein. Das „Mit-Mach“ Theater ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der Trainingsmodule. Es eröffnet mit Hilfe der Methodik des Forum Theaters einen Raum, in dem die Schüler*Innen lernen, sich auf Augenhöhe über tagtägliche Konflikte auszutauschen und die Möglichkeit erfahren, gemeinsam nach Handlungsmuster für ein friedlicheres Miteinander zu suchen. Die Schüler*innen trainieren ihre Kommunikation-und Konfliktfähigkeiten und erwerben Sozialkompetenzen wie: aktiv zuhören, frei vor anderen sprechen, fair miteinander diskutieren, sich eine eigene Meinung bilden und sie vertreten, Verantwortung für sich und andere übernehmen, Perspektiven wechseln und demokratische Entscheidungen mittragen. Demokratische Grundhaltungen werden gestärkt in dem Schüler*Innen von klein auf üben demokratisch zu handeln: In der Gruppe diskutieren sie über Herausforderungen und lösen Probleme, akzeptieren Mehrheitsmeinungen und achten Minderheiten. Sie erleben wie Diskussions-und Entscheidungsprozesse funktionieren.

So lernen möglichst alle teilnehmenden Schüler*innen im geschützten Rahmen, selbst Demokratie zu gestalten, indem alle durch eigene Beiträge aktiv mitmachen. Das Vorhaben unterstützt zudem die Entwicklung der Empathie Fähigkeit der Schüler*Innen in dem sie u. a. die Möglichkeit haben unterschiedliche Rollen zu analysieren, diese zu übernehmen und neue Handlungs-und Wertvorstellungen durch das Spielen kennenzulernen. Ein weiteres Ziel des Programms ist, dass die Schüler*innen lernen, gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Sie werden erkennen, welche Haltung in einem Gespräch oder einer Beratung zielführend ist und wie mit herausfordernden Situationen positiv umgegangen werden kann. Die Entscheidungen stellen sozusagen den kleinsten gemeinsamen Nenner dar und werden von der Gruppe getragen. Dadurch wird der Zusammenhalt unter den Schüler, zwischen Schülern und Lehrkräften gestärkt.